Dr Grelich
Interview mit Dr. med Barbara Grelich
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Corona & Abitur 2021

Abitur

Abitur 2021



Welcome back to school...



... oder doch nicht?

Corona beschäftig uns derzeit alle, vor allem die Schüler der Abschlussklassen 2021.

Aus diesem Grund haben wir 4. Schüler/ innen des künftigen Abiturjahrgangs zu der aktuellen Lage in Bezug auf Corona und ihr bevorstehendes Abitur befragt.
 

Eure Meinung ist uns wichtig!


LAK: Ihr macht nächstes Jahr 2021 Abitur.
Wie ist eure Meinung zu den neuen Lockdown- Corona Maßnahmen?
Wie geht ihr damit um?


Finn: Auch wenn ich nächstes Jahr mein Abitur schreiben werde, bin ich der Meinung, dass die Gesundheit aller Menschen klar Vorrang hat. Von daher versteh ich diesen Lockdown absolut und es ist auch notwendig, da ein Großteil der Bevölkerung schlichtweg mehr einsichtig ist.

Jannik: Meiner Meinung nach sind die Maßnahmen noch verkraftbar und freuen uns Schüler natürlich teils weil dadurch die Ferien verlängert werden. Sollten sich die Maßnahmen allerdings nächstes Jahr so weiterziehen könnte es für uns als Abiturklasse etwas problematisch werden, weshalb ich in einem solchen Fall auf gewisse Ausnahmen für Abschlussklassen hoffe. Ich versuche das Beste daraus zu machen und die Zeit wenigstens zum Teil auch für Schulzeug zu nutzen, wobei die zusätzliche Zeit zum entspannen nach der Klausurenphase auch sehr willkommen ist.

Vanessa: Ich halte es für notwendig. Natürlich ist es sehr kräftezehrend, aber zurzeit ist die Kontaktbeschränkung nun mal die effektivste Möglichkeit, gegen die Verbreitung vorzugehen.

Marius: Die neuen Maßnahmen sind angemessen und überfällig; besser wäre schon Anfang November gewesen, da manche Branchen (z.B. Kultur) zunehmend den Bach runter gehen. Für mich/meine Generation ist das Ganze natürlich nicht schön, da man sich die Zeit vor dem Arbeitsleben anders vorgestellt hat (beginnend beim Treffen von Freunden). Zum Schutz der anderen und sich selbst sind die Maßnahmen aber erträglich, es gibt deutlich Schlimmeres, wir sollten also nicht zu sehr klagen.


LAK: Habt ihr Sorge, dass Corona euer Abitur bzw. die Vorbereitungen gefährden wird?

Finn: Sorgen bezüglich des Abitur hätte ich mit Sicherheit auch ohne Corona. Ich denke aber auch, dass nicht nur die Lehrer, sondern auch wir unser bestes geben. Außerdem vermute ich, dass auch dieses Jahr das KM die Abiturprüfung an die aktuelle Situation anpassen wird.

Jannik: Ich persönlich sorge mich darum eher weniger, da mir schulische Dinge meist leicht fallen. Allerdings bin ich der Überzeugung, dass durch die Pandemie und die daraus entstandene Lage viele Schüler stark beeinträchtigt werden. Denn im Homeoffice konsequent Arbeitsaufträge zu bearbeiten ist sehr schwer und fiel mir meistens nicht leicht. Mit viel Mühe kann man sich auch von zuhause einigermaßen gut vorbereiten, was aber allen Schülern mit denen ich Kontakt habe schwer fällt. Deshalb glaube ich für viele sollte es das Abitur zwar nicht gefährden, könnte sich aber trotzdem darauf z.B. durch Verschlechterung auswirken. Es könnte aber auch durchaus sein, dass manch andere dadurch noch mehr beeinträchtigt werden und die Pandemie somit deren Abitur gefährden könnte.

Vanessa: Auf jeden Fall wird es anders ablaufen als sonst. Mich persönlich haben schon die Monate im Homeoffice Anfang des Jahres sehr ausgebremst, da ich selten die Motivation gefunden habe, die Aufträge ordentlich auszuführen. Besonders in Mathe bereitet mir das viele Sorgen, da man hier immer mitlernen muss um wirklich durchzublicken. In den meisten anderen Fächern sollte Corona aber keine große Hürde darstellen, da oftmals der Unterrichtsstoff der Halbjahre einigermaßen unabhängig voneinander ist. Die eine Woche vor den Weihnachtsferien, welche jetzt wegfällt, ist kein Problem. Schwierig wird es jedoch, wenn das nach den Ferien so weitergeht.

Marius: Mir persönlich ist Präsenzunterricht deutlich lieber, aber die Lehrer geben ihr Bestes, dass das gut laufen wird. Sollte es kurz vor dem Abitur wieder Distanzunterricht geben, dann wird das so gut wie im letzten Jahr schon klappen, anders, wenn jetzt der Distanzunterricht kommt. Was mir Sorgen macht, ist, dass das KM die Lage an den Schulen unterschätzt. Für mich ist wichtig, dass das Abitur trotz allem auf gleichem Niveau wie in den Vorjahren, also vergleichbar, ist.


LAK: Seht ihr es als neue Herausforderung an unter besonderen Bedingungen den Abiturjahrgang zu bestreiten?

Jannik: Klar ist es teilweise eine Herausforderung sich unter den aktuellen Bedingungen zurecht zu finden und am Ball zu bleiben, aber ich denke dass es trotzdem eine zu meisternde Challenge ist, da durch das Kultusministerium auch Stoffkürzungen vorgenommen wurden, obwohl diese teilweise etwas mager ausfallen.

Vanessa: Klar ist es anders als sonst, aber ich bin mir sicher, dass wir das hinbekommen. Es ist ja auch eine komplett neue Situation für die Lehrkräfte. Wir alle versuchen das Beste daraus zu machen.

Marius: Unser Abi Jahrgang fällt sehr aus der Reihe und deshalb ist es für mich, die Lehrer und das KM eine ziemliche Herausforderung, alles so normal (und vergleichbar) wie möglich durchführen zu können.


LAK: Was nervt extrem und was ist positiv ?

Finn: Was mich persönlich etwas nervt ist, dass frühere Aussagen einfach nicht eingehalten werden und gefühlt jeden Tag neue Sache beschlossen werden. Die dann zudem uns in der 12ten gar nicht betreffen. Zudem finde ich auch die online Portale, die uns die Schule zur Verfügung stellt, einfach nicht geeignet dafür. Bestes Beispiel nach fast einem Jahr Vorbereitungszeit kam es nun wieder zum Distanzunterricht, aber die Plattformen auf denen wir unsere Arbeitsaufträge und sonstiges bekommen funktionieren wegen Überlastung der Server nicht.
Nichts desto trotz schätze ich das Handeln unserer Regierung größtenteils als richtig und wichtig ein. Man darf schlichtweg nicht vergessen es war bisher niemand in einer solchen Situation und die Regierung hat es geschafft die Pandemie in unserem Land relativ gering ausbreiten zu lassen.

Jannik: Etwas was mich stark nervt ist die Tatsache, dass Informationen an unserer Schule teilweise sehr spät und unschlüssig vermittelt werden. Außerdem werden Maßnahmen täglich über den Haufen geworfen und erneuert, wodurch es schwer fällt einen Überblick zu behalten. Des Weiteren finde ich die Regelungen über das häufige Lüften und teilweise Verbringen der Pause im Freien bei sehr niedrigen Temperaturen etwas fragwürdig, aber das sei dahingestellt und Auslegungssache.
Dennoch finde ich es für das Gemeinwohl und die Gesellschaft wichtig Maßnahmen durchzuführen und größtenteils auch gut, dass die Politik Versuche wagt. Dass diese nicht allen gefallen, ist von vornherein klar, dennoch ist es notwendig nicht die Hände still zu lassen. Auch die Stoffkürzungen für die Abschlussklassen und gewisse Sonderregelungen empfinde ich als sinnvoll und positiv. Demnach finde ich die Problemlösung der Politiker zwar nicht allseits optimal, aber bin dennoch der Überzeugung dass es wichtig und notwendig ist.

Vanessa: Ich finde es gut, dass wir als Abschlussklassen so lange es geht vom Distanzunterricht ausgeschlossen werden. Das Homeschooling funktioniert oft eher schlecht als recht, die Onlineplattformen welche wir nutzen sind oftmals überlastet oder funktionieren garnicht. Manche Lehrer geben Arbeitsaufträge für eine Unterrichtsstunde, die wir nicht Mal in drei Stunden in der Schule geschafft hätten. Und auch die Regelungen während des Präsenzunterrichts sind teils so verwirrend, dass keiner mehr weiß, was erlaubt ist und was nicht.

Marius: Was nervt, ist sowohl die Tatsache, dass manche Lehrer im Homeschooling zeitaufwändigere Arbeitsaufträge geben als man es im Unterricht schaffen würde, als auch, dass manche Lehrer das Homeschooling abwarten und keinen weiteren Stoff vermitteln, sie dann in Zeitdruck kommen und die Themen nicht genau genug behandeln. Außerdem nervt der mangelhafte oder sehr verzögerte Informationsfluss vom KM an die Schulen an uns. Positiv ist, dass wir beim Homeschooling so gut es geht ausgenommen sind, also die Letzten sind, die noch in der Schule beschult werden, die freie Zeiteinteilung im Falle des Homeschoolings und die neue Situation, die alle zum Umdenken auffordert und die Routine rausnimmt.
Vielen Dank für EURE offenen Worte und Bedenken!

Lebenslust statt Coronafrust
 
 

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